Fit für die Ausbildung!
Der Betrieb
Beckum (gl). Die Firmengruppe Knapheide mit Stammsitz in Beckum entwickelt, produziert und vertreibt Hydrauliksysteme, Komponenten und Zubehör für den Maschinen-, Anlagen- und Kraftfahrzeugbau sowie Ausrüstungen für fördertechnische Anlagen.
Wichtige Einsatzbereiche für die oft komplexen hydraulischen Systeme und Steuerungen sind hochwertige Bau- und Erdbewegungsmaschinen und der Bergbau.
Am Standort Beckum beschäftigt die Firma Knapheide Hydraulik-Systeme rund 450 Mitarbeiter, weitere 400 sind Firmen der Unternehmensgruppe in:
- Kaltenkirchen
(Präszisions-Drehtechnik), - Essen
(elektro- hydraulische Systemsteuerungen), - Waltershausen
(Produktion von Hochdruckschläuchen) - und Ostbevern
(Fördertechnik) tätig.
Im vergangenen Jahr erzielte die Firmengruppe Knapheide einen Umsatz von 190 Millionen Euro, der Exportanteil lag bei 15 Prozent.
Die Produktionsfläche der Knapheide-Standorte umfasst eine Gesamtgröße von 45 000 Quadratmetern. Aktuell wird die Fertigung im Gewerbepark Grüner Weg in Beckum wieder erweitert. Am Stammsitz Beckum werden pro Jahr acht bis zehn Ausbildungsplätze angeboten für angehende Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker, Energieanlagenelektroniker, Teilezurichter sowie für angehende Industriekauffrauen und -männer. Für die erfolgreichen Auszubildenden gibt es nach Angaben von Wilfried Hoba, Prokurist bei der Knapheide GmbH, "beste Chancen auf Übernahme in ein festes Beschäftigungsverhältnis und damit auf einen sicheren und interessanten Arbeitsplatz."
Drehen und Genau bis auf den Hundertstel Millimeter
Von ALFRED MENSE
Beckum (gl). Azubis wie Stefan Basau müssen lernen, mit ganz kleinen und ganz großen Werkstücken umzugehen. Das kleinste Ventil, das der angehende Zerspanungsmechaniker der Firma Knapheide GmbH serienweise fertigt, hat einen Durchmesser von gerade zwei Millimetern. Und die größten Bauteile sind komplexe Steuereinheiten, die auf hochmodernen Werkzeugmaschinen aus bis zu einer Tonne schweren Stahlkolossen entstehen.
"Wenn so ein Werkstück das Bearbeitungszentrum verlässt, sieht es manchmal aus wie ein Schweizer Käse", beschreibt Bernhard Nauber, Leiter der Abteilung mechanische Fertigung, scherzhaft das Resultat eines langen Prozesses. Der Schweizer Käse hat es allerdings in sich. Er ist das Herz einer hydraulischen Steuerung, wie sie beispielsweise im Bergbau benötigt wird. Bei den "Löchern" handelt es sich um Pass-Bohrungen, Gewinde, Führungen und Anschlussbuchsen, die mit modernsten Maschinen in den Stahl gedreht und gefräst werden - und das mit Maß-Toleranzen, die im Bereich von einem Hundertstel Millimeter liegen.
"Viele Jugendliche, aber auch Lehrer wissen kaum etwas über den Beruf des Zerspanungsmechanikers. Dabei handelt es sich um einen der interessantesten und anspruchsvollsten Berufe im Metallbereich", betont Norbert Holtdirk, Betriebsleiter der Firma Knapheide in Beckum.
Innenteile von Maschinen, beispielsweise Hydraulikkolben, müssen auf Hundertstel Millimeter genau passen und dazu bestimmte Oberflächenqualitäten aufweisen. Erreicht werden die Anforderungen durch die Werkstückbearbeitung mittels Dreh-, Fräs- und Schleiftechnik, für die Zerspanungsmechaniker verantwortlich zeichnen. Als Ausbildungsstätte für Zerspanungsmechaniker mit Schwerpunkt Drehtechnik gibt es im Umkreis kaum einen geeigneteren Betrieb als die Firma Knapheide, die Hydrauliksysteme und Komponenten für den allgemeinen Maschinenbau, für schwere Baumaschinen sowie für den Bergbau fertigt. Das Fertigungsprogramm umfasst 30 000 verschiedene Dreh- und Frästeile. Im Be-ckumer Stammwerk am Daimlerring laufen in der Abteilung mechanische Fertigung 65 CNC-gesteuerte Werkzeugmaschinen, davon 18 hochmoderne Bearbeitungszentren. Der Gesamtwert dieser Anlagen wird mit etwa 40 Millionen Euro beziffert. "Um den Maschinenpark auf dem Stand der Technik zu halten, werden pro Jahr rund zehn Millionen Euro in neue Dreh- und Fräsautomaten, die erforderlichen Werkzeuge und die sensible Messtechnik investiert", berichtet Abteilungsleiter Bernhard Nauber...
Lesen Sie hier die Fortsetzung:
"Ohne Computer geht nichts"
Quelle: Die Glocke, Serie "Fit Für die Ausbildung", 3. Mai, 2008


